Psychische Gesundheit: In diesem Unternehmen arbeiten wir gerne

Als der Geschäftsführer eines Unternehmens für Facility Management einen psychologischen Berater wegen Coaching aufsuchte, war der Krankenstand auf über 15% angewachsen. Die Statistik der Betriebskrankenkasse lieferte zudem Anhaltspunkte, dass besonders die psychischen Erkrankungen allein in einem Jahr um 25% zugenommen hatten und nun einen Großteil der Ursachen für Arbeitsunfähigkeit darstellten. Das Unternehmen war vor einigen Jahren aus einem Großkonzern mit starker Marke durch Auslagerung in eine Tochtergesellschaft entstanden. Die Mitarbeiter litten unter einem Identitätsverlust nicht mehr zur großen Marke zu gehören. Darüber hinaus machte Leistungsverdichtung und zunehmender Wettbewerbsdruck allen zu schaffen. Das Tochterunternehmen musste sich auch bei Ausschreibungen der Mutter dem Wettbewerb mit externen Anbietern stellen. Durch Methoden des Personalmanagements wurden Mitarbeiter bewertet, klassifiziert und nach ihrer Persönlichkeit und ihren Fähigkeiten Aufgaben zugeordnet. Diese Aufgaben wurden immer spezialisierter. Mitarbeiter beklagten eine Eintönigkeit in den Aufgabestellungen. Der Umgangston wurde härter. In manchen Fällen wurden persönliche Angriffe beklagt. Viele Mitarbeiter gingen aus Angst vor Verlust des Arbeitsplatzes über ihre Grenzen.

 

Die psychologischen Berater schlugen zunächst in einem Coaching des Managements vor die Identität des neuen Unternehmensprofils zu schärfen und deutlicher zu vermitteln. Parallel sollte durch die Ausbildung von internen Mentoren das Bewusstsein für psychische Erkrankungen geschärft und Ausstrahlungseffekte ausgelöst werden.

Positionierung von Muliplikatoren Ausstrahlungseffekte im Unternehmen

Auf Basis der Erfahrungen wurde empfohlen 3% der Belegschaft von 2.000 Mitarbeitern, also 60 Projektmitglieder, in ein Einzel-Coaching einzubeziehen. Top-Führungskräfte wurden im besonderen Maße einbezogen. Sie wurden zusätzlich darin geschult, welche Zielvorgaben und welches Führungsverhalten psychischen Druck erhöht oder zu Motivation beträgt. Die Teilnehmer lernten im Coaching mehr Selbstwahrnehmung, insbesondere das Spüren der eigenen Grenzen und übten die Wahrnehmung von Gefühlen bei sich und Kollegen und die Kommunikation über Gefühle. Um die Verzettelung in Sachdiskussionen zu vermeiden, wurde mit Hilfe von Tagtraumtechnik in Gruppen zu Themen wie Macht, Leistung, Führung, Qualität, etc. ein entsprechendes Wesen entwickelt. Z.B. "Wenn Macht in unserem Unternehmen ein Tier oder ein Märchenwesen wäre, was wäre das dann?, wie sieht es aus?, wo befindet es sich?, was will es?, was braucht es?". Die Bilder wurden anschließend in der Gruppe gemalt. Positive Bilder wirkten als Stärkungsbild und wurden teilweise zum Bestandteil der Kommunikation über die neue Unternehmenskultur. Diese lösten die Gefühle aus, warum man in diesem Unternehmen jeden Tag wieder gerne zur Arbeit kommt. Konfliktbilder wurden am Arbeitsplatz aufgehängt, um mit vorbeikommenden Kollegen eine Diskussion anzuregen. Das Unterbewusstsein vieler Mitarbeiter brachte teilweise unkonventionelle und sehr pragmatische Lösungsvorschläge hervor. Parallel erzeugte das Management durch Vorleben der neu erlernten Verhaltensweisen eine klare Botschaft, dass der neue Geist im Unternehmen auch von oben wirklich so gewollt war.

 

Das Coaching der Projektmitglieder dauerte insgesamt 10 Monate in hoher Intensität von einem Treffen pro Woche. Die Umsetzungsphase wurde noch längere Zeit mit selteneren Treffen begleitet, um die aufkommenden Unsicherheiten und Widerstände gegen Veränderungen abzubauen.

 

Der Krankenstand konnte bis 15 Monate nach Projektbeginn von über 15% auf zunächst 12% gesenkt werden. Im Verlauf der nächsten Jahre ergab sich nachhaltig ein Krankenstand von unter 10%. Allein durch die vermiedenen Fehlzeiten hatte der Betrieb ein Vielfaches der Projektkosten einsparen können.

 

Anm.: Zum Schutz der Privatsphäre unsere Klienten wurde das vorstehende Fallbeispiel leicht geändert. Die Aufgabenstellung und die eingesetzten Methoden sind unverändert wiedergegeben.

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Klinischer Psychologe/Dipl.-Kfm.

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